Viele Unternehmen betreiben ihre AS/400 seit Jahrzehnten stabil und zuverlässig. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern darin, den AS/400 Code zu dokumentieren, bevor das Wissen darüber mit ausscheidenden Kollegen verloren geht. Klassische Dokumentation hinkt dem Tagesgeschäft meist hinterher. Eine automatisierte, aus dem Code abgeleitete Lösung schafft hier Abhilfe.
Dieser Artikel basiert auf der Range Expert Hour „Erst Context, dann KI“: Die vollständige Aufzeichnung mit Live-Demo von Ozgar finden Sie hier.
Warum wird das Wissen um IBM i-Systeme zum Risiko?
Unternehmen mit langjährig gewachsenen AS/400-Umgebungen berichten immer wieder von denselben drei Sorgen: die Angst, auf einer veralteten Plattform stehen zu bleiben, der drohende Wertverlust von Wissen durch ausscheidende Mitarbeitende und die offene Frage, wer die Systeme in einigen Jahren überhaupt noch betreuen kann. Jahrzehntelange Geschäftslogik steckt im Code. Oft ohne aktuelle Dokumentation, weil das Tagesgeschäft Priorität hat.
Diese Unsicherheit führt in der Praxis zu einem von zwei Extremen: Entweder werden Millionenbeträge in komplette Neuentwicklungen investiert, oft mit zweifelhaftem Ergebnis. Oder Unternehmen lassen die Systeme unangetastet, weil niemand das Risiko von Seiteneffekten bei Änderungen eingehen möchte. Beide Wege ignorieren den Wert, der über Jahrzehnte im bestehenden System aufgebaut wurde.
Erst Kontext, dann KI: Der Ansatz hinter automatisierter Dokumentation
Ein Sprachmodell ohne Kontext liefert plausible, aber nicht zwangsläufig korrekte Antworten. Wird dieselbe Frage an einem anderen Tag erneut gestellt, kann die Antwort abweichen. Ein Problem, das jeder aus der täglichen Arbeit mit gängigen Chat-Tools kennt. Für belastbare Aussagen über gewachsene Systeme reicht ein allgemeines Sprachmodell allein nicht aus.
Ozgar, die Plattform von Specific-Group zur automatisierten Codeanalyse, setzt deshalb zuerst auf den Aufbau eines strukturierten Kontextmodells. Einen sogenannten Knowledge Graph, für den in den USA bereits ein Patent angemeldet ist. Dieser Graph erfasst Programme, Abhängigkeiten, Integrationen, Datenflüsse, Jobs und Statusübergänge der gesamten AS/400-Umgebung. Erst auf dieser Grundlage lässt sich AS/400 Code dokumentieren. Nachvollziehbar, konsistent und aus dem tatsächlichen Code abgeleitet statt geraten.
AS/400 Code dokumentieren: Vorteile auf einen Blick
- Automatisiert dokumentierter AS/400 Code: Ozgar erstellt aus RPG-Code, Bildschirmen und Datenbankstrukturen verständliche Beschreibungen der Anwendung – ohne manuell nachgepflegte Texte.
- Mehrsprachiger Chat: Fragen können in verschiedenen Sprachen gestellt werden, Ozgar antwortet automatisch in der jeweils genutzten Sprache.
- Rollenbasierte Antworten: Wer sich als Entwickler, Vertrieb oder Fachbereich anmeldet, erhält Antworten im passenden Kontext, ohne den Prompt jedes Mal neu formulieren zu müssen.
- MCP-Integration in Entwicklungsumgebungen: Über einen MCP-Server lässt sich Ozgar direkt mit KI-Assistenten wie Claude in Visual Studio Code verbinden und liefert dort die fundierte Wissensbasis für Codegenerierung.
- Deutlich höhere Token-Effizienz: Weil Ozgar gezielt zur relevanten Information führt, statt die gesamte Codebasis zu durchsuchen, sinkt der Token-Verbrauch bei nachgelagerten KI-Tools spürbar.
- On-Premises oder Cloud: Die Installation erfolgt wahlweise vor Ort oder in der Azure Cloud, je nach Sicherheitsanforderung des Unternehmens.
Für wen lohnt sich der Einsatz im Unternehmen?
Ozgar wurde ursprünglich für Entwicklerinnen und Entwickler konzipiert, die sich schnell in eine gewachsene AS/400-Anwendung einarbeiten müssen. Etwa nach dem Ausscheiden erfahrener Kollegen. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell ein breiterer Nutzen: Fachabteilungen können über den integrierten Chat eigenständig Antworten zu Geschäftsprozessen finden, ohne die Entwicklung zu belasten. Und auch Geschäftsführungen nutzen die Plattform, etwa um nachzuvollziehen, wie sich Preiskalkulationen oder Provisionsmodelle über Jahre entwickelt haben.
Damit wird aus einem reinen Entwickler-Tool eine unternehmensweite Wissensbasis: Vom Onboarding neuer Teammitglieder über die Fehlersuche bis zur strategischen Entscheidung, welche Systemänderung als Nächstes ansteht.
Häufige Fragen zum Thema AS/400 Code dokumentieren
Werden Daten aus der ERP-Anwendung verändert oder zusätzlich ausgeführt?
Nein. Ozgar liest ausschließlich Quellen und Objektinhalte aus der IBM i aus. An der Anwendung selbst müssen keine Optionen erweitert oder Hinweise ergänzt werden.
Lernt das KI-Modell unternehmensübergreifend, wenn mehrere Kunden Ozgar nutzen?
Nein. Jede Installation arbeitet mit einem eigenen, getrennten Datenbestand. Informationen eines Unternehmens fließen nicht in die Antworten eines anderen Unternehmens ein.
Unterstützt Ozgar auch andere Plattformen als IBM i?
Der Fokus liegt aktuell auf IBM i und Java, ergänzt um erste Ansätze für IBM Z-Mainframe. Connectoren für .NET, MariaDB und PHP befinden sich in der Weiterentwicklung; der Ausbau richtet sich auch nach konkreten Kundenanfragen.
Wie aktuell sind die von Ozgar bereitgestellten Informationen?
Die Aktualisierung erfolgt über einen konfigurierbaren Scheduler: täglich, wöchentlich oder monatlich. Administratoren können zusätzlich eine sofortige Aktualisierung anstoßen, etwa nach größeren Code-Änderungen.
Kann Ozgar On-Premises betrieben werden?
Ja. Ozgar steht sowohl als Cloud- als auch als On-Premises-Installation zur Verfügung, was insbesondere für Unternehmen relevant ist, die ihre Daten bewusst nicht in eine externe Cloud geben möchten.
AS/400 Code dokumentieren als Grundlage für Modernisierung
Der Wert eines gewachsenen AS/400-Systems liegt selten im System selbst, sondern im Wissen darüber, wie es funktioniert. Statt dieses Wissen durch teure Neuentwicklungen zu ersetzen oder aus Unsicherheit gar nicht mehr anzufassen, schafft ein kontextbasierter Ansatz die Grundlage, bestehende Systeme gezielt und mit deutlich geringerem Risiko weiterzuentwickeln. KI liefert dabei erst dann verlässliche Antworten, wenn sie auf einem strukturierten Verständnis der Anwendung aufbaut – nicht auf Vermutungen.
Wissen sichern, bevor es verloren geht
Sie möchten wissen, wie sich der Wissensverlust in Ihrer AS/400-Umgebung konkret vermeiden lässt? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch mit unserem Team unter spg-insights.com/kontakt oder schauen Sie sich zunächst die vollständige Webinar-Aufzeichnung mit Live-Demo an.
Über die Autoren im Webinar: Franz Zahn ist Geschäftsführer der Specific Group Germany, Josef Haustätter Head of Development und Kevin Schmidt Strategic Account Manager bei Specific Group. Gemeinsam betreuen sie Kundenprojekte rund um KI-gestützte Modernisierung von IBM i-Umgebungen.
Quellen: Range Expert Hour „Erst Context, dann KI“ (Webinar-Mitschnitt, Specific Group, 2026).


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